Nutzungsbedingungen von Open WebUI zum Einsatz generativer KI-Systeme an der Universität Freiburg
Diese Nutzungsbedingungen regeln die zulässige Verwendung des Tools Open WebUI sowie der über dieses Tool angebundenen lokalen und externen KI-Modelle. Ziel ist es, einen rechtssicheren, verantwortungsvollen und nachhaltigen Einsatz von KI-Systemen an der UFR zu gewährleisten. Alle Nutzenden sind verpflichtet, die genannten Bestimmungen und Hinweise zu befolgen, um einen rechtssicheren und ethisch vertretbaren Einsatz dieser Technologie zu gewährleisten.
I. Verpflichtende KI-Schulung
Vor der erstmaligen Benutzung von Open WebUI ist es für alle Nutzenden verpflichtend, die auf der Lernplattform ILIAS bereitgestellte Schulung „Basisschulung KI: Verstehen und Anwenden von generativer Künstlicher Intelligenz (KI)“ zu absolvieren.
II. Allgemeine Bestimmungen
Die vorliegenden Nutzungsbedingungen regeln die Nutzung des von der UFR bereitgestellten Tools Open WebUI, insbesondere den Umgang mit Ein- und Ausgaben (Input und Output). Unter Input sind sämtliche Eingaben (sog. „prompts“) der Nutzenden zu verstehen, etwa Texte, Sprachaufnahmen, Dokumente oder Bilder, die in Open WebUI eingespeist werden. Als Output gelten die von den angebundenen KI-Modellen erzeugten Ergebnisse wie Texte, Zusammenfassungen, Code oder Bilder.
Die Nutzung des Dienstes kann zu ungenauem, fehlerhaftem oder diskriminierendem Output führen, der u.U. tatsächlichen Fakten widerspricht (Halluzinationen). Es ist daher ihre Aufgabe, den Output kritisch und insbesondere auf Richtigkeit und Diskriminierungsfreiheit zu prüfen und nicht als alleinige Quelle der Wahrheit zu verwenden. Es sind die geltenden datenschutz-, KI- sowie IT-sicherheitsrelevanten Regelungen der Universität zu beachten. Für die Forschung ist die KI-Policy zu beachten.
III. Unzulässige Nutzungsarten
1. Allgemein unzulässig:
- Eingabe personenbezogener Daten über sich selbst oder über andere Personen außerhalb der Bestimmungen im Abschnitt „IV. Zulässige Nutzungsszenarien“.
- Nutzung der Dienste für illegale, schädliche oder missbräuchliche Aktivitäten, insbesondere Erzeugung und Verbreitung von diskriminierenden, ehrverletzenden, menschenunwürdigen oder irreführenden Inhalten.
- Verletzung, Missbrauch oder Verstoß gegen die Rechte anderer.
- Modifikation, Kopie, Vermietung, Verkauf oder Verteilung unserer Dienste.
- Behauptung, dass der Output von Menschen erstellt wurde, wenn dies nicht der Fall ist.
- Beeinträchtigung oder Störung der Dienste oder Umgehung von Schutzmaßnahmen.
2. Hinweise zum Umgang mit personenbezogenen Daten
Bei der Nutzung von Open WebUI ist es ohne gesonderte Freigabe (siehe IV. Zulässige Nutzungsszenarien) untersagt, personenbezogene Daten im Sinne von Art. 4 Nr. 1 DSGVO einzugeben bzw. hochzuladen. Dies gilt insbesondere für Daten Dritter sowie für besondere Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 Abs. 1 DSGVO, wie z. B. Gesundheitsdaten.
3. Hinweise zu unzulässigen Nutzungsszenarien
a) Profiling und automatisierte Entscheidungen mit rechtlicher oder ähnlicher Wirkung:
Die bereitgestellten KI-Modelle dürfen nicht zur automatisierten Bewertung oder Entscheidungsfindung genutzt werden, die rechtliche oder wesentliche persönliche Auswirkungen auf Einzelpersonen haben. Dies gilt insbesondere für:
- Studium und Lehre: Keine automatisierte Bewertung von Prüfungsarbeiten oder Vergabe von Noten.
- Wissenschaft und Forschung: Keine automatisierte Bewertung von Forschungsanträgen oder wissenschaftlichen Arbeiten, wenn diese direkt in Förderentscheidungen einfließen.
- Verwaltung: Keine automatisierte Auswahl von Bewerber:innen im Rahmen von Stellenbesetzungsverfahren oder Gewährung von Stipendien.
b) Leistungs- und Verhaltenskontrollen:
Die bereitgestellten KI-Modelle dürfen nicht zur Überwachung oder Analyse des Verhaltens oder der Leistung von Beschäftigten oder Studierenden eingesetzt werden, insbesondere:
- Studium und Lehre: Keine Analyse des Verhaltens von Studierenden während Prüfungen.
- Wissenschaft und Forschung: Keine Analyse der Publikations- oder Arbeitsleistung von Wissenschaftler:innen zur Bewertung ihrer Produktivität.
- Verwaltung: Keine Leistungsüberwachung von Verwaltungsmitarbeiter:innen.
c) Automatisierte Entscheidungen im HR-Bereich:
Die bereitgestellten KI-Modelle dürfen nicht für automatisierte Entscheidungen bei der Personalauswahl oder -bewertung genutzt werden, wenn die Ergebnisse ohne menschliche Überprüfung direkt in Entscheidungen einfließen.
d) Verarbeitung geschützter Informationen, Dienst- und Geschäftsgeheimnisse:
Vertrauliche oder geschäftsrelevante Informationen dürfen nicht in über Open WebUI bereitgestellte KI-Modelle eingegeben werden, um die Vertraulichkeit zu wahren, insbesondere:
- Studium und Lehre: Keine Eingabe von Prüfungsfragen oder unveröffentlichten Lehrmaterialien.
- Wissenschaft und Forschung: Keine Eingabe vertraulicher Forschungsdaten, solange keine Freigabe besteht.
- Verwaltung: Keine Eingabe von internen Prozessen, Finanzangelegenheiten, Personalangelegenheiten oder IT-Sicherheitskonzepten.
e) Urheberrechtlich geschützte Informationen:
Über Open WebUI bereitgestellte KI-Modelle dürfen nicht zur Eingabe, Analyse oder Weiterverarbeitung urheberrechtlich geschützter Inhalte genutzt werden, ohne dass eine rechtmäßige Grundlage (siehe insb. §§ 60a ff. UrhG) oder entsprechende Erlaubnis vorliegt.
IV. Zulässige Nutzungsszenarien
Open WebUI darf für Zwecke genutzt werden, die im Einklang mit den gesetzlichen Regelungen und den hier formulierten Nutzungsszenarien stehen. Der Einsatz dient stets der unterstützenden Bearbeitung und Analyse, nicht jedoch der automatisierten Entscheidungsfindung mit rechtlicher Wirkung im Sinne von Art. 22 DSGVO. Ergebnisse sind stets kritisch zu prüfen.
1. Bedienung per Stimmeingabe / Audioaufnahme
Open WebUI bietet die Möglichkeit, Prompts mit Hilfe eines Tonaufzeichnungswerkzeuges (und einer anschließend lokalen Transkription) einzusprechen. Die Nutzung dieser Funktion ist ausschließlich für die Aufnahme und Verarbeitung der eigenen Stimme der jeweiligen Nutzenden zulässig. Die Verarbeitung von Tonaufzeichnungen anderer Personen ist grundsätzlich nicht zulässig.
2. Analyse wissenschaftlicher Publikationen mithilfe generativer KI
Die bereitgestellten KI-Modelle dürfen zur Analyse wissenschaftlicher Publikationen herangezogen werden, soweit diese rechtmäßig zugänglich sind und eine Nutzung gesetzlich zulässig ist (insbesondere gemäß §§ 60a ff. UrhG). Enthalten Dokumente personenbezogene Daten, ist eine Verarbeitung nur bei Vorliegen einer tauglichen Rechtsgrundlage (z. B. § 13 LDSG BW) zulässig. Bei Veröffentlichung ist der Einsatz von KI-gestützten Analyseverfahren offenzulegen. Urheber:innen sind gemäß § 13 UrhG zu benennen.
3. Erstellung von Wissensdatenbanken (RAG)
Das Hochladen von Dokumenten zur Konfiguration eigener Wissensdatenbanken (Retrieval Augmented Generation – RAG) ist zulässig, wenn die verwendeten Datenquellen urheber- und lizenzrechtlich genutzt werden dürfen. Enthalten Dokumente personenbezogene Daten, müssen diese vorab anonymisiert werden. Vertrauliche Informationen dürfen nur verarbeitet werden, wenn eine ausdrückliche Berechtigung hierzu besteht.
V. Hinweise zur Nachhaltigkeit
Nutzer sollten sich vergegenwärtigen, dass die Bereitstellung und Nutzung generativer KI-Modelle mit einem hohen Energieverbrauch verbunden ist. Eine Anfrage an ChatGPT verbraucht das Zehnfache an Energie wie eine Suchanfrage bei klassischen Suchmaschinen. Im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der Universität sollten Anfragen an generative KI nur stattfinden, wenn dies erforderlich ist. Näheres ist im Intranet unter KI-Tools und in der KI-Policy nachzulesen.
VI. Einsatz von ChatGPT und anderen KI-Modellen externer Anbieter
In Open WebUI stehen Ihnen mehrere Large Language Models (LLMs), unter anderem von OpenAI (ChatGPT) oder mistralAI, über eine API zur Verfügung. Eingaben an Drittanbieter werden gemäß deren Richtlinien verarbeitet und zumindest temporär gespeichert. Ihre Eingaben werden nicht als Trainingsdaten verwendet. In Open WebUI eingegebene Chat-Inhalte gehen nicht als Trainingsdaten in die LLMs der Drittanbieter ein.
VII. Ansprechstelle für Fragen zur Nutzung des Dienstes
Bei Fragen zur Nutzung von Open WebUI steht eine interne Ansprechstelle zur Verfügung. Diese unterstützt Nutzende dabei, die geltenden Richtlinien einzuhalten und berät bei Unsicherheiten. Bitte wenden Sie sich in solchen Fällen an: ki@rz.uni-freiburg.de.
VIII. Konsequenzen bei Verstößen
Die Einhaltung der oben genannten Richtlinien ist verpflichtend. Nutzende, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, können zeitweise oder auf Dauer von der Nutzung ausgeschlossen werden. Dem Ausschluss gehen grundsätzlich eine Aufforderung, das beanstandete Verhalten zu unterlassen und eine schriftliche oder mündliche Anhörung voraus. Ausgeschlossene Nutzende können wieder zugelassen werden, wenn sichergestellt ist, dass das missbräuchliche Verhalten in Zukunft unterlassen wird.
Diese Nutzungsbedingungen werden regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Änderungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.